Jahrelange Diskussionen, kaum Ergebnisse: Das ist das Fazit zu den Bestrebungen für mehr Verkehrsberuhigung im Sinne der Anrainer:innen im Neustadtviertel. Dass sich an der aktuellen Situation auch so schnell nichts ändern wird, haben zuletzt die Diskussionen im Mobilitätsausschuss und im Gemeinderat gezeigt.
„Anstatt konkrete Verbesserungen voranzutreiben, wird immer nur erklärt, warum etwas nicht möglich ist und die Ausrede vorgeschoben, dass man auf die Verkehrsentwicklung nach der Fertigstellung des Westringtunnels warten muss. Das Motto Abwarten und Abgase inhalieren kann nicht die Lösung sein. Dieses ständige Verzögern und Blockieren geht auf Kosten der Sicherheit und der Lebensqualität der im Neustadtviertel lebenden Menschen“, macht Klubobmann Helge Langer deutlich.
Während sich viele Menschen im Neustadtviertel weniger Verkehr und mehr Lebensqualität wünschen und eine engagierte Bürger:innen-Initiative seit Jahren dafür kämpft, wird die Realität nach wie vor von Autolenker:innen dominiert, die mit überhöhter Geschwindigkeit durch das Viertel rasen. „Es wäre nicht so schwer, Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion zu treffen. Schmälere Fahrbahnen dafür aber breitere Wege für den Fuß- und Radverkehr würden das Problem rasch und unkompliziert entschärfen“, ist Langer überzeugt. Bereits im März 2022 hat der Grüne Klubobmann daher einen Gemeinderatsantrag zur Verkehrsberuhigung in der Inneren Stadt gestellt, der damals dem Mobilitätsausschuss zugewiesen worden ist. Mehr als drei Jahre später ist unser Antrag in der jüngsten Gemeinderatssitzung „enderledigt“ worden, ohne, dass konkrete Verbesserungen in greifbare Nähe gerückt sind. „Zwar stimmen alle überein, dass die von uns vorgeschlagenen Maßnahmen möglich und wichtig wären. Sie werden aber dennoch nicht umgesetzt, weil es ja ein bisschen mehr stauen könnte. Das ist mutlos und unambitioniert“, betont Langer.
Wie eine zeitgemäße Mobilitätspolitik gemacht wird, zeigt der Blick in Städte wie Paris und Kopenhagen, wo der Platz für den Autoverkehr zugunsten der Menschen reduziert wird. „Dass in Linz hingegen nach wie vor das alte Denken dominiert, wird im Neustadtviertel besonders deutlich. Ständig nur Maßnahmen durch die Windschutzscheibenperspektive des Autoverkehrs zu treffen und die Bedürfnisse von Bewohner:innen, Fußgänger:innen und Radfahrer:innen hintanzustellen ist nicht vorausschauend und wird zu keinen Verbesserungen führen“, so Langer.