Nachdem bereits gestern mehr als 20.000 Menschen in Wien gegen die kolportierten finanziellen Kürzungen auf Kosten der Universitäten auf die Straße gegangen sind, wurde heute in ganz Österreich demonstriert. Auch auf dem Linzer Hauptplatz sind rund 1.400 Menschen zusammengekommen, um ihren Unmut entschlossen kundzutun.
„Volle Unterstützung für unsere Universitäten! Der große Protest quer durchs Land ist ein ermutigendes Zeichen, dass es die Menschen nicht akzeptieren, wenn an der Bildung und somit an der Zukunft gespart wird. Nachdem in Linz zeitgleich die Gemeinderatssitzung stattfindet, wollen wir mit einem Dringlichkeitsantrag die Debatte ins Rathaus holen. Mit dem Antrag, der zu späterer Stunde diskutiert wird, sorgen wir dafür, dass die Debatte zu möglichen Kürzungen nicht nur vor, sondern auch im Alten Rathaus stattfindet. Wir wollen ein klares Zeichen setzten, dass wir in Linz hinter unseren Unis stehen“, so Bildungsstadträtin Eva Schobesberger und Gemeinderat Tomislav Pilipović.
Unsere Hochschulen dürfen nicht kaputtgespart werden. Dieses klare Signal schallt heute Nachmittag über den Hauptplatz und kann auch von der Bundesregierung in Wien unmöglich überhört werden. Um diesem so wichtigen Appell Nachdruck zu verleihen, bringen wir heute noch einen Dringlichkeitsantrag ein, in dem wir die Bundesregierung auffordern, unsere Unis im ausreichenden Ausmaß zu finanzieren. „Forschung, Wissenschaft und Bildung sind nicht nur Säule, sondern das Fundament einer demokratischen Gesellschaft. Hier zu sparen ist der komplett falsche Weg auf Kosten des Bildungs- sowie auch des Wirtschaftsstandortes. Das ist sparen an der Zukunft“, sind Schobesberger und Pilipović, der auch Mitglied der GRAS auf der JKU ist, überzeugt.
Werden die kolportierten Sparmaßnahmen, tatsächlich umgesetzt, würden die Universitäten ab 2028 15,5 Milliarden und somit um eine Milliarde Euro weniger Geld als bisher erhalten. Das würde auch die Forderung der Universitätenkonferenz konterkarieren, die, um die Inflation auszugleichen, auf Basis von WIFO-Prognosen einen Budgetbedarf von 18 Milliarden ab 2028 errechnet hat. Die Folgen eines derartigen Kahlschlags wären verheerend. „Eine Reduktion von Forschungsprojekten, die Schließung von Studienrichtungen, der Verlust von Spitzenforschung und Abwanderung von Fachkräften, dazu eine Kündigungswelle bei den Hochschulen – diese konkreten und allesamt negativen Auswirkungen würde ein Sparkurs in Milliardenhöhe mit sich bringen. Das können wir nicht wollen“, betonen Schobesberger und Pilipović.