Nach breiter Kritik an den starren Marktöffnungszeiten, die am Südbahnhofmarkt Ende des Vorjahres zum Auszug einer Gastronomin geführt haben, fehlt weiterhin ein klarer Plan, um die bestehenden Probleme zu lösen. Nachdem auch die geplante Novellierung der Marktordnung alles andere als ein großer Wurf ist, setzen sich die Grünen in der kommenden Gemeinderatssitzung für ein gesamtheitliches, zukunftsorientiertes Konzept für den Markt ein.
„Derzeit gibt es keine Vision, wohin sich der Markt entwickeln soll. Deshalb ist es Zeit, ein neues Rezept zu kreieren, um den Besucher:innen und Beschicker:innen wieder Gusto auf den ‚Südi‘ zu machen“, ist Gemeinderat Bernhard Seeber, Wirtschaftssprecher der Grünen Linz, überzeugt.
Seit mehr als 75 Jahren ist der Südbahnhofmarkt als Drehscheibe für die Versorgung der Stadt mit vielen regionalen Produkten und Treffpunkt zum Austausch eine Institution in der Landeshauptstadt. Dennoch hat der Markt über die Jahre hinweg trotz verschiedener Anpassungen, an Attraktivität verloren. Daran haben auch Digitalisierungsmaßnahmen inklusive einer eigenen App wenig geändert. Nun will der Marktreferent, wie auch seine Vorgänger:innen, die Marktordnung leicht anpassen, die Öffnungszeiten etwas flexibilisieren und ein verändertes Gebührenmodell umsetzen.
„Am Gesamtzustand des Südbahnhofmarktes wird sich dadurch aber wenig ändern. Denn neben zu starren Öffnungszeiten stimmt auch der Branchenmix nicht. Dazu müssen die Marktstände dringend thermisch und technisch modernisiert werden. Das gilt auch für den Innenbereich des Areals, dem eine Frischzellenkur mehr als guttun würde“, skizziert Seeber den Handlungsbedarf.
Daher fordert der Wirtschaftssprecher der Grünen Linz einen wirkungsvollen Plan, der unter anderem Antworten auf zentrale Fragen wie die Schaffung eines guten Branchenmixes sowie klare, flexible auf Kund:innenbedürfnisse und die Interessen der unterschiedlichen Händler:innen abgestimmte Öffnungszeiten geben muss. Im Fokus stehen soll dabei aber auch die Erschließung neuer Zielgruppen, etwa durch vegane, glutenfreie und saisonale Produkte, die Aufwertung des Innenbereichs, sowie die Installierung eines gestärkten Marktmanagements mit mehr wirkungsvollen Kontroll- und Sanktionsmechanismen. Für die Erstellung des Konzeptes sollen auch externe Expert:innen sowie alle Stakeholder einbezogen werden.
„Auf das Stückwerk der vergangenen Jahre muss endlich ein klarer Plan folgen. Es ist höchste Zeit, den Südbahnhofmarkt in die Zukunft zu führen und ihn wieder zu jenem beliebten und für unsere Stadt identitätsstiftenden Treffpunkt für Jung und Alt zu machen, der er lange war“, so Seeber.