Den steigenden Schüler:innenzahlen in den kommenden Jahren will die Stadt Linz mit einem Ausbau von Schulen begegnen. „Dass hier reagiert werden muss und die Erweiterung von Gebäuden notwendig ist, steht außer Zweifel. Es kann aber nicht sein, dass deshalb die Sanierung vieler übriger Schulgebäude, die teilweise längst überfällig ist, aus dem Blick verschwindet. Die Erstellung eines Schulsanierungskonzeptes hat ja schließlich auch der Gemeinderat beschlossen“, erinnert Gemeinderätin Lucia Straßer-Kreisel an den von Bildungsstadträtin Eva Schobesberger im Jahr 2019 initiierten Vier-Parteien-Antrag von Grünen, SPÖ, ÖVP und FPÖ, der damals einstimmig beschlossen worden ist.
„Dennoch liegt ein Konzept bis heute nicht vor. Dabei hätten sich alle Schüler:innen und die Lehrkräfte die bestmöglichen Bedingungen für einen qualitätsvollen Unterricht verdient“, ist Straßer-Kreisel überzeugt.
Die Linzer Pflichtschulen sind in die Jahre gekommen. Bemerkbar macht sich diese Tatsache bei der Bausubstanz, der Ausstattung und auch bei der Aufteilung der Räume in den einzelnen Gebäuden. In den ersten heißen Tagen des Jahres wirkt sich auch noch der bei vielen Gebäuden fehlende Hitzeschutz negativ auf die Aufenthaltsqualität in den Klassenzimmern aus. „Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass wir bei vielen Schulbauten in unserer Stadt Handlungsbedarf haben, damit unsere Bildungseinrichtungen wieder dem Stand der Zeit entsprechen“, ortet Straßer-Kreisel, die selbst Schuldirektorin ist, Handlungsbedarf. Umso unverständlicher ist es, dass dennoch bis heute kein klar definiertes Schulsanierungskonzept auf dem Tisch zu liegen scheint.
Mit Skepsis betrachtet die Grüne Gemeinderätin unterdessen den geplanten Ausbau von Sonderschulplätzen im Rahmen eines „inklusiven Schulzentrums“ im Linzer Süden. „Wir brauchen ein Bildungssystem, das niemanden ausschließt und in dem alle Schüler:innen die nötige Unterstützung bekommen, um sich entfalten zu können. Die Errichtung einer neuen Schule darf daher keine Rückkehr in alte Trennsysteme bedeuten, sondern muss Brücken zur Inklusion bauen“, erinnert Straßer-Kreisel auch daran, dass Sonderschulen im Widerspruch zur UN-Behindertenrechtskonvention stehen, die Österreich unterzeichnet hat.