Die aktuelle bereits acht Tage dauernde Hitzewelle zeigt uns einmal mehr deutlich, dass wir mit aller Anstrengung die Lebens- und Aufenthaltsqualität in unserer Stadt konsequent weiter verbessern müssen. In welche Richtung sich Linz in den kommenden eineinhalb Jahrzehnten entwickelt – diese Weichen werden mit der Erarbeitung des neuen Örtlichen Entwicklungskonzeptes (ÖEK) gestellt.
„Wir erleben gerade eine der längsten und intensivsten Juni-Hitzewellen der Messgeschichte und spüren alle, wie belastend mehrere aufeinanderfolgende Hitzetage und Tropennächte für Körper und Psyche sind. Der Erhalt des Grüngürtels sowie des wertvollen Baumbestandes im Inneren der Stadt müssen zusammen mit dem Ausbau und gemeinsam mit weiteren Anpassungsmaßnahmen zentraler Eckpfeiler im nächsten ÖEK sein, wenn wir die Lebens- und Aufenthaltsqualität in unserer Stadt auch künftig sicherstellen wollen. Dafür müssen alle Hebel genutzt werden, die uns die Rechtsordnung zur Verfügung stellt, damit wir unsere Stadt klimagerecht weiterentwickeln“, betont die für Umwelt und Stadtgrün verantwortliche Stadträtin Eva Schobesberger.
Mehr Hitzewellen, die früher beginnen, länger andauern, immer höhere Temperaturen mit sich bringen und uns immer stärker belasten – das erleben wir aktuell erneut am eigenen Leib. Besonders heftig wirken sich dabei die Auswirkungen von Temperaturen jenseits der 30 Grad in dichtverbauten und versiegelten Städten aus. „Neue Bäume, zusätzliche Grünräume und der Erhalt des bestehenden Grüns sind unser größter Schatz im Kampf gegen die Hitze. Wo Bäume und Grün die Umgebung kühlen, Schatten und Sauerstoff spenden, fühlen wir uns wohl. Daher müssen wir diesen Schatz wir mit aller Kraft schützen und ausbauen und im ÖEK einen klaren Schwerpunkt für mehr Grün in Linz festlegen“, macht Schobesberger die Wichtigkeit deutlich.
Deshalb setzen sich die Grünen dafür ein, im künftigen ÖEK alle rechtlichen Spielräume auszunutzen, um mit zusätzlichen Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen sowie mit dem bestmöglichen Schutz des bestehenden Stadtgrüns einen natürlichen und wirkungsvollen Schutzschirm gegen die Hitze aufzuspannen. Dazu ist es unter anderem dringend notwendig, ein viel stärkeres Augenmerk als bisher auf den Erhalt der bestehenden grünen Innenhöfe inklusive des gewachsenen Baumbestandes zu legen.
„Dass Linz von den begrünten Innenhöfen profitiert, hat zuletzt auch eine Greenpeace-Studie hervorgehoben. Damit die Innenhöfe auch in Zukunft Kühlung, Schatten und Aufenthaltsqualität spenden, muss deren großflächige Unterbauung endlich der Vergangenheit angehören. Einen derartig fahrlässigen Umgang auf Kosten von großkronigen Bäumen, die dann nicht mehr wachsen können, dürfen wir uns nicht mehr erlauben“, ist Schobesberger überzeugt.
Neben einem klaren Schwerpunkt auf die Begrünung unserer Stadt ist beim künftigen ÖEK auch eines gefragt: Verlässlichkeit und Planungssicherheit. „Trotz gültiger Planungsinstrumente, wie dem Örtlichen Entwicklungskonzept, Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen werden die bestehenden Leitlinien in beinahe jeder Gemeinderatssitzung anlassbezogen für einzelne Projekte abegändert. Diese ständigen Ausnahmen und Abweichungen widersprechen den gültigen Planungszielen. Das muss aufhören. Hier brauchen wir mehr Verlässlichkeit“, so Schobesberger.
Foto: Stadt Linz