Enttäuschend sind die heute präsentierten Pläne für die Novellierung der Marktordnung. „Wesentliche und dringend notwendige Verbesserungen bleiben einmal mehr außen vor“, hält Gemeinderat Bernhard Seeber, Wirtschaftssprecher der Grünen Linz fest. Das betrifft insbesondere die unhaltbare Situation im Volksgarten, wo der Weihnachtsmarkt alle Jahre wieder zu schweren Schäden der Wiese führt.
„Dass trotz dieses lange bekannten und viel diskutierten Missstandes nahezu der gesamte Volksgarten in der novellierten Marktordnung erneut als Marktfläche ausgewiesen wird, ist nicht nachvollziehbar. Gleiches gilt für den Urfahranermarkt, wo der Radweg neben dem Areal auch künftig Teil der Marktfläche bleibt und somit jedes Jahr wochenlang nicht seinem eigentlichen Zweck dient. Insgesamt zeigt sich, dass an einem durchdachten Gesamtkonzept für die Linzer Märkte kein Weg vorbeiführen darf und einige überhastet wirkende Änderungen bei der Marktordnung nicht ausreichen“, so Seeber.
Während die Novelle bei einzelnen Marktflächen wie zum Beispiel beim Bio-Bauernmarkt in der Solar City, sehr wohl Änderungen vorsieht, wird im Volksgarten und beim Jahrmarktareal erneut nicht eingegriffen. „Wenn man sich schon die Flächen der verschiedenen Linzer Märkte ansieht, ist es umso unverständlicher, dass man vor bestehenden Problemen die Augen verschließt. Dabei wäre gerade im Volksgarten der Handlungsbedarf besonders dringend, den Weihnachtsmarkt nur noch auf den versiegelten Flächen anzusiedeln und generell mehr Richtung Landstraße zu ziehen. Stattdessen nimmt Vizebürgermeister Hajart scheinbar achselzuckend weiterhin die Schäden der Wiese in der Parkanlage in Kauf“, so Seeber.
Zu hinterfragen ist aus Sicht der Grünen auch die Vorgehensweise, die zur heute präsentierten Novelle geführt hat. Zur Erinnerung: Nach der Kritik an den starren Öffnungszeiten am Südbahnhofmarkt im Dezember des Vorjahres hat Vizebürgermeister Hajart angekündigt, im Jänner Gespräche mit den Beschicker:innen zu führen. „Nachdem die Novelle kurz darauf schon auf dem Tisch liegt, stellt sich die Frage, wie umfassend der Prozess der vergangenen Wochen tatsächlich gewesen ist und inwieweit die Meinung und Wünsche der Befragten hier tatsächlich eingeflossen sind“, gibt der Grüne Wirtschaftssprecher zu bedenken.