Cookie-Einstellungen
Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen finden Sie unter »Datenschutz«
Impressum
Essenzielle Cookies
- Session cookies
- Login cookies
Performance Cookies
- Google Analytics
Funktionelle Cookies
- YouTube
- reCAPTCHA
Targeting Cookies
- Facebook Pixel

Dienstag, 7. April 2026

Nibelungenbrücke: Auch ein Jahr nach dem Radwegchaos ist Lösung für Oberwasserseite noch immer in weiter Ferne

Professionelle Neuplanung vorantreiben

In die österreichweiten Schlagzeilen geschafft hat es Linz vor rund einem Jahr mit der Posse um die dringend benötigten zusätzlichen Radwege auf der Nibelungenbrücke. Gemündet hat das Chaos in der übereilten Entscheidung der Verkehrsreferenten von Stadt und Land, den neuen Radweg auf der Oberwasserseite nach wenigen Tagen wieder aufzulassen. Somit müssen Radfahrer:innen und Fußgänger:innen auf dieser Seite der Hauptverkehrsachse weiterhin Tag für Tag zu schmale Wege und gefährliche Situationen in Kauf nehmen. „Eine Lösung ist auch ein Jahr später nicht in Sicht. Von der eingesetzten Arbeitsgruppe war bisher jedenfalls nichts zu hören. Stattdessen vertrösten Stadt und Land nun auf die Fertigstellung des Westrings. Dass Der Rad- und Fußverkehr somit noch jahrelang auf eine zeitgemäße, sichere Lösung auf der Oberwasserseite warten sollen, ist schlicht inakzeptabel. Eine professionelle Neuplanung des Radweges muss hier umgehend vorangetrieben werden“, betont Klubobmann Helge Langer.  

Für die Grüne Mobilitätssprecherin LAbg. Dagmar Engl steht eines fest: „Das große Ringen um die Radstreifen ist nicht nur eine beispiellose Groteske. Sie steht vor allem sinnbildlich und schonungslos dafür, welch niedrigen Stellenwert der Radverkehr für die verantwortliche Politik noch immer hat. Auf dieser Brücke verdichtet sich das Missverhältnis zwischen Auto- und Radverkehr wie kaum sonst wo. Zwischen dem PKW der Vorrang hat und der sauberen Mobilität, die zurückstecken muss. Aber nicht nur wir Grüne, auch immer weniger Menschen akzeptieren das und fordern ein markantes Umdenken bei der Mobilität. Der Weg zu einer langfristigen und sicheren Radlösung auch auf Oberwasser Seite muss massivst beschleunigt werden. Und dass die Projektgruppe dafür mehr als dreimal im Jahr tagen muss, ist wohl sonnenklar. Die Nibelungenbrücke muss von einem Symbol radfeindlicher zu einem Symbol radfreundlicher und damit sauberer und zukunftsweisender Mobilität werden“.  

Die Chronologie des Scheiterns

Nachdem die neuen Radwege auf der Nibelungenbrücke schon seit Ende März befahrbar sind, findet am 7. April die offizielle Erföffnung statt. Die Freude über die Radweglösung währt jedoch nur kurz: Am 15. April verkünden Vizebürgermeister Hajart und Landesrat Steinkellner in trauter schwarz-blauer Zweisamkeit das Ende für den neuen Radstreifen auf der Oberwasserseite. „Zurück bleiben bis heute Kopfschütteln und Unverständnis über die von Beginn an unprofessionelle Vorgehensweise. Für eine ernsthafte Evaluierung der Auswirkungen durch die neuen Radwege hätte es deutlich mehr Zeit gebraucht. So hat es den Anschein, als ob von Anfang an nicht ernsthaft gewollt war, dem Rad- und Fußverkehr auf beiden Seiten der Brücke den nötigen Platz zu geben“, lässt Langer die Geschehnisse Revue passieren.

Entsprechend groß ist die Kritik an der Vorgehensweise ausgefallen. Mit den Worten „Eindrucksvoller kannst du nicht beweisen, dass du weder vom Radverkehr (Angebotsplanung) noch von Verkehrsplanung generell (Eingewöhnungseffekt, Systemwirkung) einen Schimmer hast”, hat Ulrich Leth von der TU Wien das Chaos zusammengefasst. Meinhard Lukas hat in seiner Kolumne in einer Tagezeitung „vom kürzesten Probebetrieb der Welt“ geschrieben.  

Obwohl es sich bei der Nibelungenbrücke um eine zentrale Donauquerung handelt, die täglich von rund 2.400 Radfahrer:innen genützt wird, ist seit dem peinlichen Schauspiel im Vorjahr, das mehr als 455.000 Euro gekostet hat, wenig passiert. Wie eine Anfrage der Grünen Oberösterreich an Landesrat Steinkellner ergeben hat, ist die Arbeitsgruppe von Stadt und Land, die nach dem Scheitern der Radweglösung eingerichtet worden ist, im Vorjahr lediglich drei Mal zusammengekommen. „Sehen so ernsthafte Bemühungen aus, auch auf der Oberwasserseite der Brücke eine taugliche Lösung zu finden?“, zeigt sich Langer skeptisch.

Zusatzradweg neu planen – bestehenden neuen Radweg absichern

Daher erneuert der Grüne Klubobmann seine Forderung, den Zusatzradweg auf dieser Seite neu zu planen. „Dazu braucht es von Beginn weg eine professionelle Herangehensweise und entsprechende Begleitmaßnahmen inklusive einer breit angelegten Kommunikation des Vorhabens, messbaren Kriterien sowie einem öffentlichen Reporting“, betont Langer. Gleichzeitig gilt es den neu errichteten Radweg auf der gegenüberliegenden Seite abzusichern und weiter auszubauen. Dass dieser in der Praxis „sehr gut funktioniert“, hat auch Landesrat Steinkellner in seiner Anfragebeantwortung eingeräumt.

„Die Botschaft muss eine klare sein: Radfahren auf der Nibelungenbrücke darf kein wagemutiges und risikobehaftetes Unterfangen darstellen, sondern muss auf beiden Seiten der Donauquerung gefahrlos möglich sein. Schließlich ist die Nibelungenbrücke eine Hauptverkehrsachse für den Radverkehr. Entsprechend breite und zeitgemäße Radwege sind daher eine Selbstverständlichkeit und kein Gnadenakt“, betont Langer. 

Weitere Newsbeiträge
Bitte erlauben Sie funktionale Cookies um diesen Inhalt anzuzeigen