Die internationale Initiative „Mayors United Against Antisemitism“ des American Jewish Committee (AJC) bekommt ein neues Mitglied. Dabei handelt es sich um die Stadt Linz. Das hat der Gemeinderat auf Antrag der Grünen einstimmig beschlossen. „Mit dem Beitritt zu der Initiative machen wir deutlich, dass Antisemitismus in unserer Stadt keinen Platz hat. Diese Botschaft kann nicht oft genug transportiert werden. Umso wichtiger ist dazu die internationale Vernetzung im Sinne der Menschenrechte, Demokratie und einem respektvollen Zusammenleben, um Hass und Hetze in einer möglichst großen Gemeinschaft zu begegnen“, hält Gemeinderat Tobias Reder fest.
Die 2015 vom American Jewish Committee initiierte Erklärung „Mayors United Against Antisemitism“ wird europaweit bereits von rund 200 Bürgermeister:innen getragen. Mit dabei sind unter anderem die österreichischen Städte Wien, Salzburg und Villach. Der Beitritt ist eine politische Selbstverpflichtung, die keinerlei rechtliche oder finanzielle Bindungen nach sich zieht. „Dass der Gemeinderat den Weg für die Teilnahme der Stadt Linz an diesem Bündnis geebnet hat, ist gerade mit Blick auf unsere Stadtgeschichte und den Umgang damit ein wichtiges Zeichen. Ich gehe davon aus, dass die Formalitäten rasch vollzogen werden können und Linz bald Teil dieses internationalen Netzwerks sein wird“, ist Reder überzeugt.
Wie sehr es Initiativen wie diese benötigt, machen die insgesamt zunehmenden antisemitischen Vorfälle deutlich. Auch in unserer Stadt ist der erschreckende Hass gegen die jüdische Bevölkerung durch entsprechende Botschaften im öffentlichen Raum sowie durch eine zerstörte Israel-Fahne vor dem Alten Rathaus bereits sichtbar geworden. Wohin zunehmend enthemmter antisemitischer Hass führt, hat sich vor Weihnachten beim Terroranschlag gegen eine Chanukka-Veranstaltung mit 15 getöteten Menschen in Sydney gezeigt. „Dieser gezielte Angriff auf die jüdische Bevölkerung hat auf dramatische Weise vor Augen geführt, wie antisemitische Hetze in reale Gewalt umschlagen kann. Umso wichtiger ist es daher, dass wir uns als Gesellschaft klar gegen antisemitische Taten, Parolen und Botschaften stellen und diese nicht relativieren, sondern konsequent benennen und bekämpfen“, betont Reder.