Beschimpfungen, verächtliche Kommentare, körperliche Attacken: Die Diskriminierung queerer Personen ist nach wie vor trauriger Alltag in unserer Gesellschaft. Das hat auch die von der Stadt Linz im Jahr 2024 präsentierte Umfrage zur Lebenssituation von LGBTIQ*-Personen gezeigt. 78 Prozent der Teilnehmenden haben dabei angegeben, zumindest einmal diskriminierenden Erfahrungen ausgesetzt gewesen zu sein. „Alleine dieser Wert zeigt, dass noch viel zu tun ist, damit alle Menschen sichtbar und in Sicherheit leben und lieben können, wie sie möchten. Inwieweit die Umfrageergebnisse in Ausmaß und Art der städtischen Unterstützungs- und Beratungsangebote eingeflossen sind, ist aber unklar“, stellt Gemeinderätin Julia Mandlmayr dazu eine Anfrage im Gemeinderat.
Während Tausende Menschen bei der Linzpride am Samstag ein laustarkes und buntes Zeichen der Vielfalt und der Gleichberechtigung setzen, müssen viele queere Personen im Alltag nach wie vor Diskriminierung erleiden. „Jeder Vorfall ist einer zu viel und muss klar benannt und entschieden verurteilt werden. Es ist nicht zu akzeptieren, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität verbalen Übergriffen oder im schlimmsten Fall sogar körperlicher Gewalt ausgesetzt sind“, hält Mandlmayr fest.
Die gute Nachricht ist, dass eine große Mehrheit der Teilnehmer:innen der städtischen Umfrage angegeben hat, Linz als LGBTIQ*-freundliche Stadt wahrzunehmen. „Dennoch bleibt noch einiges zu tun, damit Diskriminierungen endlich der Vergangenheit angehören. Hier sind wir nicht nur als gesamte Gesellschaft gefordert, auch die Stadt muss mit gutem Beispiel vorangehen“, so Mandlmayr.
Daher möchte die LGBTIQ*-Sprecherin der Grünen Linz in ihrer Anfrage an die zuständige Vizebürgermeisterin Karin Leitner unter anderem wissen, ob zusätzlich zu den bestehenden Angeboten und Maßnahmen auch eine Anti-Diskriminierungskampagne geplant ist. Außerdem Teil der Anfrage ist, ob es auch altersspezifische Beratungsangebote für queere Personen gibt bzw. ob solche geplant sind. Eine weitere Frage lautet, ob die Lebenssituation von LGBTIQ*-Personen künftig regelmäßig erhoben werden soll. „Dadurch würde sich die Entwicklung aus Sicht der queeren Community besser vergleichen und zielgerichteter konkrete Maßnahmen umsetzen lassen“, ist Mandlmayr überzeugt.