Mehr Transparenz in Sachen Wohnungsleerstand wollen die Grünen mit ihrer Anfrage in der kommenden Gemeinderatssitzung erreichen. Hintergrund ist, dass das Stadtparlament im Februar neben einer Resolution für eine Leerstandsabgabe auch unseren Antrag an den Bürgermeister beschlossen hat, dass mindestens einmal pro Jahr über die Zahl der leerstehenden Wohnungen im Planungsausschuss berichtet werden soll.
„Da er bis jetzt keine konkreten Informationen auf den Tisch gelegt hat, werden wir den Bürgermeister nun fragen, wann er die Zahlen zu präsentieren gedenkt. Zu wissen, wie viele Wohnungen nicht zu ihrem eigentlichen Zweck genützt werden, ist schließlich die grundlegende Information, um gezielt Maßnahmen zur Reduktion der Leerstände zu treffen“, informiert Gemeinderätin Julia Mandlmayr.
Rund 10.000 Wohnungen sollen in unserer Stadt nicht bewohnt sein. Über diese Zahl haben Medien zu Jahresbeginn berichtet und sich dabei auf die Stadtforschung bezogen. „Im Ausschuss oder im Gemeinderat ist diese kolportierte Zahl aber niemals auf den Tisch gekommen“, setzt sich Mandlmayr für mehr Transparenz ein. Deshalb möchte die Grüne Gemeinderätin mit ihrer Anfrage auch in Erfahrung bringen, auf Basis welcher Grundlage Daten zum Thema Leerstände erhoben und ob diese auch auf Stadtteile heruntergebrochen werden.
„Gerade bei den Luxus-Wohntürmen, wie den ‚Lenau-Terrassen‘ oder dem ‚Brucknertower‘, drängt sich der Verdacht auf, dass viele der dortigen Wohnungen reine Spekulationsobjekte sind, die zu einer künstlichen Verknappung und Verteuerung des Angebotes beitragen. Eine Aufschlüsselung nach Stadtteilen wäre daher besonders interessant“, betont Mandlmayr.
Dass der Gemeinderat in der Frage nach leistbarem Wohnen Handlungsbedarf sieht, hat sich im Februar gezeigt, als sich das Linzer Stadtparlament erstmals für eine Leerstandsabgabe ausgesprochen hat. Diese wird aber nach wie vor von Schwarz-Blau auf Landesebene blockiert. „Eine Leerstandsabgabe ist ein zentraler Schlüssel, um Wohnen wieder leistbarer zu machen. Daher wollen wir mit unserer Anfrage auch herausfinden, ob der Bürgermeister darüber bereits mit Vertreter:innen des Landes Gespräche geführt hat und wenn ja, was dabei vereinbart worden ist“, so Mandlmayr.