Während die Zahl der Ladepunkte für E-Autos bei Supermärkten, Einkaufszentren und Unternehmen steigt, ist es im öffentlichen Raum nach wie vor schwierig, das Fahrzeug mit Strom zu versorgen. Daher setzen sich die Grünen in der kommenden Gemeinderatssitzung für den Ausbau öffentlich zugänglicher E-Lademöglichkeiten ein und fordern in einem ersten Schritt 100 zusätzliche AC-Ladepunkte im Straßenraum zu schaffen. „Der Umstieg auf Elektromobilität darf nicht jenen vorbehalten bleiben, die ein Eigenheim oder eine private Garage besitzen, sondern muss für möglichst viele Bürger:innen problemlos möglich sein. Mehr Power für die E-Mobilität in Form von Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum ist dafür eine Grundvoraussetzung“, macht Klubobmann Helge Langer deutlich.
Wer keinen eigenen Parkplatz zur Verfügung hat, auf dem der Einbau der notwendigen Ladeinfrastruktur möglich ist, hat es in Linz schwer, ein E-Auto unkompliziert und wohnortnahe zu laden. Dabei ist ein entsprechend ausgebautes Angebot ein wichtiger Schlüssel, damit die E-Mobilität Fahrt aufnimmt. „Gerade in Städten können batterieelektrische Fahrzeuge einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen, Stickoxiden und Verkehrslärm und somit zu mehr Lebensqualität für uns alle leisten. Diese Chance darf der Verkehrsreferent nicht verstreichen lassen, sondern muss den Ausbau der Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum endlich in die Hand nehmen und dafür auch die Linz AG ins Boot holen“, macht Langer die Dringlichkeit deutlich. Noch dazu, da seitens des Bundes konkrete Fördermöglichkeiten bestehen, die jedoch an Fristen sowie die Verfügbarkeit des Budgets gebunden sind. „Gerade in Zeiten des angespannten Stadtbudgets wäre es fahrlässig, diese Mittel nicht zu nützen“, hält Langer fest.
Dass es viele innovative Möglichkeiten gibt, um das Angebot an Lademöglichkeiten im öffentlichen Raum zu erhöhen, zeigt der Blick in andere Städte. So sind alleine in London mehrere tausend Ladepunkte in bestehende Straßenlaternen integriert worden. In den Niederlanden, die über eines der dichtesten Ladenetze verfügen, können Bürger:innen online Ladepunkte in Wohnortnähe beantragen. „Diese und weitere Beispiel zeigen, dass es bereits innovative Lösungen gibt, die Ladeinfrastruktur im dicht bebauten Stadtgebiet durch die Nutzung bestehender Stromanschlüsse rasch und kosteneffizient auszubauen“, so der Grüne Klubobmann. Angesichts der knappen städtischen Geldmittel schlägt Langer daher vor, in einem ersten Schritt die günstigeren AC-Ladepunkte (die Ladedauer beträgt hier vier bis fünf Stunden) zu installieren. Diese kosten pro Station rund 5.000 Euro.
„Den Ausbau öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur in Fahrt zu bringen, ist nicht nur aus klima- und verkehrspolitischen Gründen entscheidend, sondern auch eine Frage sozial gerechter Mobilität. Um die bestehende Versorgungslücke zu schließen, braucht es eine strategische Planung für den weiteren Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Anschaffung eines E-Fahrzeugs nicht mehr derart stark von der eigenen Wohn- und Parkplatzsituation abhängig ist, wie es derzeit der Fall ist“, so Langer.