Lücken, Hindernisse, mangelnde Sicherheit: Nach wie vor entspricht die Linzer Radinfrastruktur an zahlreichen Stellen nicht den Anforderungen. Besonders deutlich wird dies in der Kaarstraße in Urfahr – insbesondere in Fahrtrichtung Landgutstraße. Wer hier mit dem Rad unterwegs ist, muss auf einem äußerst schmalen mit Schlaglöchern versehenen Streifen, eingepfercht zwischen Straßenbahnschienen und einer Gehsteigkante, in die Pedale treten, begleitet von viel Auto- und LKW-Verkehr.
„Eine Fahrt durch die Kaarstraße ist ein abenteuerlicher Hindernislauf, bei dem die Sicherheit für den Radverkehr auf der Strecke bleibt. Hier herrscht dringender Handlungsbedarf“, setzt sich Klubobmann Helge Langer mit einem Gemeinderatsantrag für mehr Sicherheit für den Rad- und Fußverkehr in der Kaarstraße ein.
Wie dramatisch eine Fahrt durch die Kaarstraße mit dem Fahrrad enden kann, zeigt das Beispiel einer Bürgerin, die sich an die Grünen gewandt hat. Sie ist mit dem Reifen in die Schienen gekommen, gestürzt und hat sich dabei schwer verletzt. Solche Alleinunfälle sind längst keine Seltenheit mehr. In Österreich ist mittlerweile fast jeder zweite Radunfall einer ohne Unfallgegner:in. „Mit den Straßenbahnschienen in der Fahrbahn und einer Gehsteigkante treffen in der Kaarstraße zwei der häufigsten baulichen Auslöser für solche Alleinunfälle aufeinander. Die hier fehlende Radinfrastruktur ist gefährlich und birgt ein großes Sturz- und Verletzungsrisiko“, verweist Langer auf die bestehende Situation.
Eine Möglichkeit um die Sicherheit für den Rad- aber auch den Fußverkehr Richtung Landgutstraße zu erhöhen, wäre, den Niveauunterschied zur Gehsteigkante zu minimieren und einen kombinierten Geh- und Radweg zu errichten. Gleichzeitig setzt sich Langer in seinem Antrag für eine schienenferne oder abstandswahrende Radführung, einen ausreichend breiten und fehlerverzeihenden Fahrraum entsprechend den einschlägigen Richtlinien, möglichst rechtwinklige Gleisquerungen und den Einsatz von Rillenschienen-Füllprofilen ein. „Verbesserungen für den Radverkehr dürfen aber nicht zu Lasten der Fußgänger:innen führen. Ansonsten drohen neue Konflikte zwischen diesen beiden Gruppen“, gibt der Grüne Klubobmann zu bedenken.
Im aktuellen Zustand reiht sich die Kaarstraße jedoch in die Liste der Gefahrenstellen und Nadelöhre in der Landeshauptstadt nahtlos ein. Ebenfalls keine Lösung gibt es ja zum Beispiel nach wie vor auf der Donauwasseroberseite der nahegelegenen Nibelungenbrücke, wo die Verkehrsreferenten von Stadt und Land im Vorjahr Hand in Hand den neu geschaffenen Radweg nach wenigen Tagen völlig übereilt wieder aufgelassen haben. „Radfahren in unserer Stadt darf kein risikobehaftetes Unterfangen mit hoher Sturz- und Unfallgefahr darstellen, sondern hat gefahrlos möglich zu sein. Entsprechend breite und zeitgemäße Radwege sind eine Selbstverständlichkeit und kein Gnadenakt“, hält der Grüne Klubobmann fest.