Während Rechtsextremismus in unserer Gesellschaft immer offener zutage tritt und das Band zwischen Identitäten und der FPÖ aufs Engste verknüpft ist, tanzen am 7. Februar wieder zahlreiche Personen des öffentlichen Lebens den Rechtswalzer beim Burschenbundball der deutschnationalen Burschenschaft „Arminia Czernowitz“. „Wohin Faschismus führt und wie schnell es geht, dass eine derartige Welle des Hasses und der Unterdrückung über die Menschen sowie die Demokratie hinwegrollt, müssen wir derzeit beinahe täglich in den USA mitverfolgen. Wer Personen des äußerst rechten Randes hofiert, mit ihnen das Champagnerglas erhebt und Kaviar isst, trägt dazu bei, dass der Arm der Rechtsextremen immer weiter in die Mitte unserer Gesellschaft reicht. Umso unverständlicher ist es, dass der Landeshauptmann auch heuer wieder den Ehrenschutz übernimmt und damit jegliche Verantwortung und klare antifaschistische Haltung vermissen lässt“, hält Klubobmann Helge Langer fest.
Stark steigende rechtsextreme Taten, eine Normalisierung äußerst rechter Kampfbegriffe, immer engere Verflechtungen der Identitären mit der FPÖ: Diese besorgniserrgenden Tatsachen legt der aktuelle Rechtsextremismusbericht schonungslos offen. Zugleich gehen die darin festgehaltenen Erkenntnisse Hand in Hand mit einer Häufung verbaler Entgleisungen, etwa bei widerwärtigen „Liederabenden“, wo unter anderem Mitglieder der FPÖ-Jugend unter Verdacht stehen, rassistische Parolen gegrölt zu haben. „Angesichts all dieser Tatsachen dem rechten Rand erneut den roten Teppich auszurollen und mit zahlreichen Vertretern zu feiern, die ein überaus bedenkliches Verhältnis zur Demokratie und zu einer offenen Gesellschaft pflegen, ist ein komplett falsches Signal. Allen, die hier den Rechtswalzer tanzen, muss bewusst sein, welches Welt- und Menschenbild sich hinter der Maske dieses Balls verbirgt und dass Linz an diesem Abend einmal mehr Sammelbecken der Vernetzung und des Austausches des rechten politischen Randes ist“, betont Langer.
Wie sehr Mitglieder äußerst rechter Burschenschaften mittlerweile in der Gesellschaft angekommen sind, zeigt auch ein Blick in den Linzer Gemeinderatssaal, wo sowohl der Stadtrat als auch der Klubobmann der Freiheitlichen in der ersten Reihe sitzen und zugleich als Mitglied der „Arminia Czernowitz“ zur Fechtwaffe greifen. „Wenn Personen, deren Gedankengut von Diskriminierung und Hetze geprägt ist und die daraus auch kein Hehl machen, regelmäßig gern gesehene Gäste der Gesellschaft sind, kann das nicht widerspruchslos akzeptiert werden. Wenn wir jetzt nicht gemeinsam aufstehen und entschlossen für eine liberale Gesellschaft eintreten, lassen wir zu, dass Hass, Einschüchterung und Ausgrenzung immer weiter um sich greifen und unser friedliches Zusammenleben bedrohen“, so Langer.
Daher veranstaltet das überparteiliche Bündnis „Linz gegen Rechts“ – dem mehr als 50 Organisationen angehören – unter dem Motto „Unsere Solidarität gegen ihre Hetze – Nein zum rechtsexremen Burschenbundball“ seine jährliche Kundgebung als Protest gegen das rechte Vernetzungstreffen in Linz. Treffpunkt ist am Samstag, 7. Februar, um 17.30 Uhr am AEC-Platz. „Setzen wir gemeinsam ein großes, friedliches, buntes und lautstarkes Zeichen gegen die Normalisierung rechten Gedankengutes in unserer Gesellschaft“, lädt der Grüne Klubobmann zur Teilnahme ein.