Umfragen zeigen, dass sich vor allem junge Frauen, Menschen mit Migrationsbiografie, Transpersonen und queere Menschen beim Fortgehen unsicher fühlen. Das Frauenressort der Stadt Linz setzt deshalb viele Initiativen zum sicheren Nachtleben wie zum Beispiel „Luisa ist da“ oder die Kampagne gegen K.O.-Tropfen „SO WHAT?! #notyourfault“ um. Am Samstag, 13. September 2025 lädt das Frauenressort gemeinsam mit der Linz Club Commission und der Kulturplattform Oberösterreich zum Dritten Linzer Awareness Day.
„Der Awareness Day thematisiert nicht nur sexualisierte Gewalt, sondern beleuchtet auch die Zusammenhänge mit Alltagsrassismus und Diskriminierung. Die aktive Auseinandersetzung mit diesen Themen ist essenziell, um eine sicherere und inklusivere Nachtkultur zu schaffen“, so Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger.
In Österreich ist jede dritte Frau von sexualisierter Gewalt betroffen. Auch im Nachtleben, wo Clubs und Bars eigentlich Orte des ungezwungenen Feierns und der Freiheit sein sollten, kommt es immer wieder zu sexuellen Übergriffen und körperlicher Gewalt gegen Frauen. Neben verbalen Belästigungen, unerwünschten Annäherungen und Grenzüberschreitungen sind besonders Frauen Gefahren wie dem Verabreichen von K.O-Tropfen ausgesetzt. Beim Dritten Linzer Awareness Day steht Sicherheit im Nachtleben im Mittelpunkt.
Beim Awareness Day können sich Veranstaltende, Bar- und Security-Teams, DJs, Initiativen, Politik, Verwaltung – und alle, die sich für ein diskriminierungsfreies Miteinander im öffentlichen Raum einsetzen wollen – austauschen und vernetzen. Mehrere Workshops liefern theoretische Impulse und praktische Tipps für die Awareness-Arbeit in kleinen und größeren Settings.
Die dritte Auflage widmet sich insbesondere dem Umgang mit Diskriminierung, sexualisierter und rassistischer Gewalt sowie Barrieren im Nachtleben. Der Fokus liegt dabei auf praktischen Strategien und strukturellem Wandel. Teilnehmende erwartet ein vielfältiges Programm mit Workshops, Inputs und Vernetzungsmöglichkeiten.
Ausgewählte Programmpunkte
Sämtliche Vorträge werden von DORF TV aufgezeichnet und nach der Veranstaltung über www.dorftv.at zur Verfügung gestellt.
Der Dritte Linzer Awareness Day findet am Samstag, 13. September 2025 von 10:00 bis 18:00 Uhr im Pressezentrum des Alten Rathauses statt. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich: https://kupfticket.com/events/awareness-day-linz-2025
Die Veranstaltung ist rollstuhlgerecht zugänglich. Bei weiteren Bedürfnissen oder Fragen zur Barrierefreiheit bitten die Veranstalter:innen um Kontaktaufnahme im Vorfeld.
Ziel von „LUISA IST DA!“ ist es, sexuelle Belästigung und Sexismus zu bekämpfen. Übergriffiges und sexistisches Verhalten wird klar als unangebracht definiert und Mädchen und Frauen, die sich in unangenehmen oder bedrohlichen Situationen befinden, soll schnelle, diskrete und unkomplizierte Hilfe angeboten werden. Das Frauenressort der Stadt Linz organisiert nun kostenlose Schulungstermine durch das autonome Frauenzentrum für interessierte Gastronomie- und Veranstaltungsbetriebe. Mit der Frage „Ist Luisa da?“ können Frauen in teilnehmenden Betrieben Hilfe in Anspruch nehmen. Das Personal in den Betrieben ist speziell geschult und weiß, wie es diskret agieren kann, um Betroffene zu unterstützen – z.B. durch das Bestellen eines Taxis, das Benachrichtigen von Freund*innen oder die Kontaktaufnahme zur Polizei.
Weitere Informationen: www.linz.at/luisa
Ende 2024 sagte das Frauenressort der Stadt Linz dem Einsatz von K.O.-Tropfen den Kampf an. Bei K.O.-Tropfen handelt es sich um Substanzen wie Beruhigungsmittel oder illegale Drogen, die meist unauffällig in ein Getränk gemischt werden und einen wehrlosen Zustand verursachen. Die Betroffenen, meist Frauen und Mädchen, können sich später an wenig oder auch gar nichts erinnern.
Mit der Kampagne „SO WHAT?! #notyourfault“ wird durch Plakate und Postkarten auf K.O.-Tropfen aufmerksam gemacht und dabei die Schuldzuschreibung an die Opfer umgedreht. „Mit dieser Kampagne setzen wir ein klares Zeichen gegen den Einsatz von K.O.-Tropfen. Das Verabreichen von K.O.-Tropfen geht oft damit einher, die Schuld bei Betroffenen zu suchen – hier braucht es eine Sensibilisierung der Gesellschaft, dass keine Betroffene die Schuld trägt, sondern allein der Täter“, betont Frauenstadträtin Eva Schobesberger.
Weitere Informationen zur Kampagne: www.notyourfault.at
Linz Club Commission
Die Linz Club Commission ist ein Netzwerk von und für Akteur*innen der regionalen Club- & Nachtkultur. Als Schnittstelle zwischen Clubkultur, Politik & Gesellschaft bietet die LCC Vernetzungstreffen, Präventions- und Bildungsarbeit sowie Veranstaltungen an. Dabei stehen gesellschaftliche und strukturelle Probleme wie sexualisierte Gewalt, Rassismus, Ableismus, uvm. im Fokus. Ziel ist es, die Gesellschaft zu einem sichereren Raum für alle Personengruppen zu gestalten, die Clubkultur zu verbessern und die Netzwerke zu stärken.
https://linzclubcommission.at/
Kulturplattform Oberösterreich – KUPF OÖ
Die Kulturplattform Oberösterreich (KUPF) vertritt die Interessen der freien Kunst- & Kulturinitiativen. Ihr Ziel ist die stete Verbesserung der Rahmenbedingungen für freies Kunst- & Kulturschaffen in Oberösterreich.
https://kupf.at/
Frauenbüro der Stadt Linz
Das Frauenbüro der Stadt Linz ist Anlaufstelle und Drehscheibe für alle Linzerinnen. Es setzt sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern ein und fördert die Chancengleichheit in verschiedenen Lebensbereichen. Zudem organisiert das Frauenbüro jährlich mehrere Veranstaltungen und arbeitet im Rahmen von Kooperationsprojekten mit verschiedenen Organisationen zusammen, um das Bewusstsein für Feminismus und Frauenthemen zu stärken und die Sichtbarkeit von Frauen in der Gesellschaft zu erhöhen.
Textquelle: Stadt Linz
Foto: Violetta Wakolbinger