Alle Jahre wieder beschert die Linz AG jenen Bürger:innen, die ohnehin wenig Einkommen haben, eine negative Weihnachtsüberraschung: Denn auch im kommenden Jahr steigt der Preis des Aktivpass-Monatstickets für die Öffis. Wie aus den Tarifbestimmungen des OÖVV für 2026 hervorgeht, kostet diese ermäßigte Monatskarte für Linzer:innen künftig 17,80 Euro statt wie in diesem Jahr 16,70 Euro. „In Zeiten, in denen immer mehr Menschen nicht wissen, wie sie ihre Wohnung heizen sollen und ob sie sich den Einkauf noch leisten können, ist es ein verheerendes Signal, auch noch die Mobilität zu verteuern und damit zu einer weiteren Verschärfung der Situation beizutragen. Da fährt der Zug in die falsche Richtung“, kritisiert Gemeinderätin Julia Mandlmayr, Sozialsprecherin der Grünen Linz.
Der Aktivpass ist für Linzer:innen mit wenig Einkommen die Eintrittskarte zum öffentlichen Leben. Der öffentliche Nahverkehr spielt dabei eine besonders entscheidende Rolle, damit auch jene Bürger:innen, die wenig Geld zur Verfügung haben, mobil sein und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Dennoch wurde in den vergangenen Jahren der Preis für das Monatsticket für Aktivpass-Inhaber:innen regelmäßig angehoben. Waren bis Oktober 2018 zehn Euro zu bezahlen, sind es ab 1. Jänner 2026 stolze 17,80 Euro. Das bedeutet eine Verteuerung von 78 Prozent. „Damit steigt auch die Gefahr, dass manche Linzer:innen weniger oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr am öffentlichen Leben teilhaben können. Mobil zu sein ist schließlich eine Grundvoraussetzung, um ein aktives und selbstbestimmtes Leben zu führen“, verdeutlicht Mandlmayr die Konsequenzen.
Gleichzeitig widerspricht die jährliche Preissteigerung allen Bemühungen, dass so viele Linzer:innen wie möglich schnell, einfach, leistbar und klimafreundlich mit den Öffis in der Landeshauptstadt unterwegs sein können. Daher hat unsere Stadträtin Eva Schobesberger bereits 2018 im Linz-AG-Aufsichtsrat dagegen gestimmt, dass das Unternehmen den Preis für dieses Aktivpas-Monatsticket regelmäßig indexiert. „Preissteigerungen sind immer unerfreulich. Diese jedoch Jahr für Jahr auf Kosten jener Menschen zu machen, die ohnehin wenig Einkommen haben, ist inakzeptabel. Mit solchen Entscheidungen werden lediglich Linzer:innen, die von Armut betroffen sind bekämpft und nicht die Armut“, so Mandlmayr.