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Montag, 17. November 2025

16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen

Frauenressort arbeitet zusammen mit den Frauen- und Gewaltschutzorganisationen an 365 Tagen im Jahr für ein gewaltfreies Leben

Die 16 Tage gegen Gewalt finden in Linz mit großer Beteiligung statt. Das Frauenressort der Stadt Linz und viele Frauen- und Gewaltschutzorganisationen sind aktiv bei der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ dabei. Mit zahlreichen Veranstaltungen, einem Lichtermeer im Alten Rathaus und Verteilaktionen im öffentlichen Raum soll Bewusstsein geschaffen werden.

Gewalt gegen Frauen ist ein erschütterndes Problem, das alle Gesellschaftsschichten und Altersgruppen betrifft – und oft tödlich endet. Bis Mitte November verzeichnete Österreich bereits 13 Femizide und 25 Mordversuche, laut den AÖF (Autonome Österreichische Frauenhäuser).

„Jede dritte Frau zwischen 18 und 74 Jahren in Österreich hat laut Studie der Statistik Austria ab dem Alter von 15 Jahren körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Femizide sind die folgenschwerste Eskalation von patriarchalischen Mustern und von männlichem Besitz- und Anspruchsdenken. Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um dem zu begegnen. Das Frauenressort der Stadt Linz setzt sich ganzjährig mit zahlreichen Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und Gewaltprävention für den Schutz und die Unterstützung von Frauen und Mädchen ein. Klar ist: Jeder einzelne Vorwurf an Betroffene verkennt die Ursachen von Gewalt und schützt damit indirekt die Täter. Diese Dynamik muss durchbrochen werden. ,Die Scham muss die Seite wechseln‘, wie Gisèle Pelicot sagt. Männer müssen Verantwortung für Männergewalt übernehmen“, erklärt Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger, die sich bei den Linzer Frauen- und Gewaltschutzorganisationen für ihren großen Einsatz für ein gewaltfreies Leben bedankt.

Das Frauenressort der Stadt Linz setzt sich ganzjährig mit zahlreichen Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und Gewaltprävention für den Schutz und die Unterstützung von Frauen und Mädchen ein. Neben breit angelegten Informationskampagnen bietet die Stadt Linz für Pflichtschulen auch kostenlose Workshops und Veranstaltungen zu den Themen Gewaltschutz und Empowerment an. Diese Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen wie dem autonomen Frauenzentrum, dem Verein PIA (Prävention, Beratung und Therapie bei sexueller Gewalt) und dem Verein PROGES durchgeführt. Zu den wichtigen Netzwerk- und Kooperationspartner:innen zählen zudem das Frauenhaus Linz und das Gewaltschutzzentrum OÖ.

Vielfältige Maßnahmen des Frauenressorts

Im Rahmen der internationalen Kampagne „16 Tage gegen Gewalt gegen Frauen“ wird das Recht auf ein gewaltfreies Leben eingefordert. Diese 16 Tage finden zwischen 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) und 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte) statt. Gewalt gegen Frauen ist weltweit – auch in Österreich – die häufigste Menschenrechtsverletzung. In Linz werden in dieser Zeit kostenlose Veranstaltungen und Informationsabende angeboten.

Erstmals kommt es in diesem Jahr zu einer Bündelung aller Linzer Veranstaltungen vom Frauenbüro sowie diverser Organisationen und Einrichtungen auf linztermine.at: https://www.linztermine.at/event-highlight/16_Tage_gegen_Gewalt_gegen_Frauen  
Das Frauenbüro ruft Vereine, Organisationen und Mitstreiter:innen auf, ihre Veranstaltungen kostenlos auf linztermine.at einzutragen und diese ihnen bekanntzugeben. Somit wird Interessierten ein guter Überblick über die Vielzahl an Terminen zu diesem Thema geboten.   
Für 2025 sind neben vielen Veranstaltungen folgende Aktionen von bzw. mit Beteiligung des Frauenbüros geplant:

  • Fahnenhissen: Vor den Rathäusern wehen in diesem Aktionszeitraum als sichtbares Zeichen Fahnen. Für ein Leben frei von Gewalt – für alle Frauen
  • Brückenaktion gegen Gewalt gegen Frauen: Montag, 25. November, ab 13 Uhr: Die Kundgebung vom Bündnis 8. März auf der Nibelungenbrücke macht auf die erschreckend hohe Zahl der Femizide in Österreich aufmerksam.
  • Orange the World!: Orange ist die Signalfarbe zum internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen. In Linz werden in diesem Zeitraum viele Gebäude orange beleuchtet. Alle sind zum Mitmachen aufgefordert – Profilbild auf orange ändern, orange beleuchtete Gebäude fotografieren, die Aktion auf @frauenstadtlinz markieren, Fenster und Gebäude orange beleuchten. 
  • 16 Tage 16 Bücher: In den städtischen Büchereien werden 16 Tage lang Büchertische zum Thema Gewalt aufgestellt. 
  • Sprechblasen gegen Gewalt gegen Frauen: Das Frauenbüro bietet kostenlose Sprechblasen in den Größen A4 und A3 mit unterschiedlichen Motiven und Botschaften gegen Gewalt gegen Frauen, die gut sichtbar angebracht werden können, um ein Zeichen zu setzen. www.linz.at/frauen
  • Frauenhelpline-Sticker: Die Frauenhelpline 0800 222 555 bietet anonym, kostenlos und rund um die Uhr Hilfe für gewaltbetroffene Frauen. Diese wiederablösbaren Sticker können an verschiedenen Orten angebracht werden, um auf die Nummer hinzuweisen. Die Sticker können kostenlos unter www.linz.at/frauen bestellt werden und sind in verschiedenen Sprachen verfügbar. 
  • Andenken an die Femizidopfer von 2025: Im Innenhof des Alten Rathauses wird mit einem Lichtermeer der Femizid- und Gewaltopfer von 2025 gedacht.  
    Mo-Fr von 7-18 Uhr
  • Verteilaktionen in Linz: Mit einem Aktionsstand werden Passant:innen über Gewalt gegen Frauen informiert: am 21. November, 13 Uhr, Straßenbahnhaltestelle Auwiesen, 25. November, 13 Uhr: Landstraße/Ecke Bethlehemstraße.

Einen Überblick über alle einzelnen Veranstaltungen finden Sie unter: www.linz.at/strukturellegewalt.php

7. Maria Schwarz-Schlöglmann Lecture zum Gewaltschutz am 2. Dezember um 18.00 Uhr

Maria Schwarz-Schlöglmann (1958–2018) – Gründerin des Gewaltschutzzentrums OÖ – setzte sich unermüdlich für die Rechte von Frauen und Gewaltopfern ein. Sie sah den Kampf gegen häusliche Gewalt auch als Kampf für die Rechte der Frauen. Mit ihrem Engagement setzte Maria Schwarz-Schlöglmann Maßstäbe, die für Österreich und viele andere europäische Staaten zum Vorbild wurden. Im Gedenken an diese große Linzerin wurde diese Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen. Mit wissenschaftlichen Vorträgen, praxisnahen Diskussionen und interdisziplinärem Austausch soll die Auseinandersetzung mit den Themen Gewalt und Opferschutz forciert werden. Die Veranstaltung findet in Kooperation und Institut für Legal Gender Studies and der JKU und dem Gewaltschutzzentrum OÖ statt.

Hinter den Schlagworten Digitale Gewalt oder Cyber-Violence stehen nicht nur Drohungen, Verfolgungen und unerwünschte Veröffentlichungen über Social Media, sondern auch bedrohliche und psychisch äußerst belastende Eingriffe in den Alltag. So können beispielsweise digitale Schließ- und Heizsysteme in Wohnungen per Smartphone gesteuert und gesperrt oder auch Autos manipuliert und Wege nachverfolgt werden. Das Internet der Dinge eröffnet eine neue Dimension von Beziehungsgewalt und ermöglicht unter Umständen das Aufrechterhalten gewaltbasierter Kontrolle, auch nach einer Trennung.

Die 7. Schwarz-Schlöglmann Lecture wird sich all diesen Formen von Gewalt widmen und aufzeigen, welche Gefahren bestehen und wie präventive Maßnahmen zur Verhinderung von Online-Gewalt beitragen können. Vortragen werden Magdalena Habringer, BA MA (Hochschule Campus Wien), Magnus Hofmüller (IT- und Netzwerkberater), DSAin Nina Wallner (Gewaltschutzzentrum Burgenland). 

Aktuelle Projekte und Kampagnen gegen Sexismus und Gewalt

„LUISA IST DA!“ ist eine österreichweite Kampagne gegen sexuelle Belästigung und Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Nachtleben. Ziel ist, dass sich Mädchen und Frauen bei sexueller Belästigung nicht lange erklären müssen, sondern ihnen unmittelbar und diskret Hilfe angeboten wird.

SO WHAT?! #notyourfault – Kampagne gegen K.O.-Tropfen: Im Dezember 2024 startete auf Initiative von Frauenstadträtin Mag.a Eva Schobesberger die Awareness-Kampagne „SO WHAT?! #notyourfault“ gegen K.O.-Tropfen. Umgesetzt wird sie vom Frauenbüro der Stadt Linz in Zusammenarbeit mit dem Verein FIFTITU%. Ziel ist es, über die Gefahren von K.O.-Tropfen – einer besonders heimtückischen Form von Gewalt – aufzuklären und Betroffene zu stärken, statt sie zu beschuldigen.

Die Kampagne setzt auf auffällige Plakate und interaktive Elemente im öffentlichen Raum, die gängige Vorurteile mit der klaren Botschaft „SO WHAT?!“ entkräften und mit dem Hashtag #notyourfault verdeutlichen: Schuld sind immer die Täter, niemals die Opfer. Begleitend werden mehrsprachige Informationsmaterialien sowie Hinweise auf Hilfsangebote bereitgestellt.

StoP – Stadteile ohne Partnergewalt: StoP verbindet bestehende Opferschutzarbeit mit Gemeinwesenarbeit und setzt dort an, wo Gewalt stattfindet: in den Stadtteilen, in der Nachbarschaft, in den Siedlungen und Häusern. Dementsprechend wendet sich StoP auch explizit und direkt an die Zivilgesellschaft, bindet diese aktiv ein und vermittelt, was jede:r Einzelne beitragen kann.

Workshops und Aktionstage des Frauenbüros für städtische Schulen und Kindergärten

Wenn alles sich verändert / Freundschaft, Liebe und Sexualität / mit dem Verein PIA

Sexuelle Gewalt ist noch immer ein Tabuthema und vor allem in der Präventionsarbeit bei Kindern im Volksschulalter gibt es noch großen Aufholbedarf. Der Verein PIA bietet im Bereich der Präventionsarbeit Workshops für unterschiedliche Altersgruppen an. Diese geben Fragen und Mythen zum Thema Sexualität Raum. Kinder brauchen kompetente Begleiter:innen, um ihr Wissen über den eigenen Körper und seine Funktionen zu erweitern. Auch geht es darum, sich mit den eigenen Bedürfnissen und Grenzen aber auch Fragen zum Thema „Nein sagen“ sowie guten oder schlechten Geheimnissen auseinander zu setzen.

Ungefiltert! Stark durch Selbstwert – stark gegen Bodyshaming mit PROGES

Soziale Medien prägen den Alltag junger Menschen wie kaum ein anderes Medium. In diesem Workshop setzen sich Mädchen kritisch mit Schönheitsidealen auseinander und behandeln Themen wie die eigene Körperwahrnehmung und Cybermobbing.

Mit Uns Nicht! Mit dem aFZ

Mit den Schülerinnen werden verschiedene Gewaltformen diskutiert und Handlungsstrategien in problematischen Situationen entwickelt. Im Vordergrund steht die Gewaltprävention.

Körper, Gefühle und Grenzen – Gewaltprävention für Sonderschulen und Integrationsklassen mit Verein senia

In diesem Workshop lernen Mädchen mit Beeinträchtigung, ihre eigenen Gefühle ernst zu nehmen, persönliche Grenzen zu erkennen und diese klar zu kommunizieren. Dieser Workshop wird ab dem Schuljahr 2025/26 auch auf Integrationsklassen für Mädchen mit und ohne Beeinträchtigung ausgeweitet.

Workshop „Kein Märchen, sondern Realität – von Rollenbildern und Ungerechtigkeiten“ mit Wildwüchsig Wissenswerkstatt

Gemeinsam mit Schüler:innen wird ein kritischer Blick auf Geschlechterrollen, Alltagssexismus, unfaire Erwartungen und strukturelle Ungleichheiten, die im Alltag oft als „normal“ erscheinen, gerichtet.

Workshop „Spieglein, Spieglein an der Wand – über Kontrolle, Scham und Selbstwert“ mit Wildwüchsig Wissenswerkstatt

Im Workshop hinterfragen Schüler:innen, wie gesellschaftliche Normen Schönheitsideale, Körperbilder und Weiblichkeit prägen – und welche Rolle dabei Gefühle wie Scham, Unsicherheit oder Ablehnung des eigenen Körpers spielen.

Weitere Angebote des Frauenressorts

Präventive Rechtsberatung

Seit 2012 beauftragt das Frauenbüro Linz das autonome Frauenzentrum (aFZ) mit der Durchführung von präventiven Rechtsberatungen für Frauen, in der Rechtsfragen zu Beziehung, Familie und Partnerschaft behandelt werden. Und genau hier setzt das kostenlose Beratungsangebot für Frauen an. Nicht erst im Krisenfall, sondern bereits vor der Familiengründung beraten speziell ausgebildete Juristinnen des autonomen Frauenzentrums über Rechte und Ansprüche in der Partnerschaft bzw. nach einer etwaigen Trennung, sowie über allgemeine Fragen der finanziellen Absicherung. Das Angebot ist für Linzerinnen kostenlos.

Das aFZ informiert und berät Frauen darüber hinaus bei rechtlichen Fragen, sozialen Krisen und Lebensproblemen sowie in Fällen von sexualisierter, physischer und psychischer, ökonomischer und struktureller Gewalt.

Digitale Broschüre „Ist das schon Gewalt?“

Was ist Gewalt und wo beginnt sie? Wie können Frauen erkennen, dass sie es mit beginnender Gewalt zu tun haben? Diese und viele weitere Fragen behandelt die Publikation des Wiener Vereins „FRAUEN* BERATEN FRAUEN*“. Diese Broschüre kann auf der Website des Frauenbüros kostenlos heruntergeladen werden.

Mehr Informationen:

Internationaler Tag gegen Gewalt/Stadt Linz

Text- und Fotoquelle: Stadt Linz 

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